USA

  • Conn (siehe SONIC 2.2004 und 4.2004 oder Leseprobe): Auf dem Markt der Vintage-Saxophone nimmt der amerikanische Hersteller Conn eine ganz besondere Stellung ein: Bei Conn wurde das erste amerikanische Saxophon gebaut, Conn war neben Buescher der schon zahlenmäßig bedeutendste Produzent und Conn stellte damals Spitzeninstrumente her, die auch heute noch gefragte Exemplare sind. Als Beispiele seien genannt die „New Wonder“ Instrumente (manchmal auch „Chuberry“ genannt, nach dem amerikanischen Tenorsaxophonisten Leon „Choo“ Berry, 1910-1941), die M-Serie (meist „Ladyface“ genannt) oder das Alto „Connstellation“. Modelle: „Worchester“ (ca. 1888 bis 1895), „Wonder“ (ca. 1895-1917), Zwischenmodell “New Invention” (ca. 1910-1912), „New Wonder“ (ca. 1917-1930), Übergangsmodell, meist als “Transitional” (ca. 1929-1935) tituliert, “Naked Lady” oder “Ladyface” (ca. 1935 – 1971), wobei schon in den 1960er-Jahren das namensgebende gravierte Frauenporträt auf dem Becher entfiel, „Connstellation” (1948 - 1953 nur als Alto), „Director“, Director“, landläufig als „Shooting Stars“ (wegen der gravierten Sterne) bekannt (ca. 1955 – 1970er-Jahre), „DJH“ (Keilwerth-Hörner, ca. 1980er-Jahre).
  • Exkurs: Conn New Wonder Straight Neck „C-Melody” (siehe SONIC 3.2004). In den 1920er Jahren gehörte es zum guten Ton in vielen amerikanischen Haushalten und nun erlebt es eine Renaissance: das in C klingende „Melody“ Saxophon. Dieser Saxophontyp war schon damals sehr beliebt, weil mit ihm einfach und ohne zu transponieren die Melodielinie der Pianostimme mitgespielt werden konnte. Die Conn „Melody“ Saxophone lassen sich wegen des geraden S-Bogens sehr angenehm spielen, haben den typischen Conn-Sound, verfügen über gebördelte Tonlöcher (rolled tonholes), intonieren recht gut und sind genauso hochwertig konstruiert wie die anderen Mitglieder der Conn-Saxophon-Familie. Der trotz allem schlechte Ruf der „Melodys“ resultiert wahrscheinlich aus folgenden Sachverhalten: 1. Die „Melodys“ wurden standardmäßig nie in den ganz teuren Finishes angeboten – die Instrumente waren, wie eingangs erwähnt, nicht für professionelle Musiker, sondern für den privaten Konsumenten konzipiert. Der wollte für ein Instrument aus begreiflichen Gründen aber kein Vermögen ausgeben. 2. Im Laufe der Jahre mussten auch „Melody“ Saxophone gelegentlich überholt werden. Aus Sparsamkeit oder mangelnder Einsicht wurden solche Hörner bei Reparaturen meist mit billigen Polstern ausgestattet, die so dem „Billiginstrument“-Vorurteil weiteren Vorschub leisteten.
  • Buescher (siehe SONIC 6.2004 und 1.2005): Das Unternehmen von F. A. Buescher war neben Conn der bedeutendste US-Hersteller von Blasinstrumenten.Der Firmengründer Ferdinand August „Gus“ Buescher (26.04.1861 bis 29.11.1937) arbeitete ab 1876 für Conn-Dupont Co. und war nach 1888 Vorarbeiter bei Conn, bevor er sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts selbständig machte und in Elkhart/Indiana unter der Firmierung „Buescher Manufactoring Co.“ (später „Buescher Band Instrument Co“) „Wind Instruments“ fabrizierte. Alte Buescher Saxophone nehmen eine Sonderstellung ein: Die Hörner haben, wie die Original-Sax-Instrumente, eine parabolische Schallröhre („en forme de cône parabolique“), die es erlaubt, „... ein Obertonspektrum auszubilden, welches über den gesamten Tonumfang und bei allen Lautstärkegraden eine bemerkenswerte Konstanz aufweist“ (Ventzke, Raumberger, Hilkenbach: Die Saxophone). Die Buescher Saxophone lassen sich leicht in vier übergeordnete Modellreihen einteilen: 1. True-Tone (bis ca. 1932), 2. Aristocrat (ca. 1932 – 1963), 3. Buescher 400 (ca. 1941 bis in die 1960er-Jahre), 4. Saxophone nach der Übernahme durch Selmer US (ab 1963).
  • H. N. White (King) (siehe SONIC 2.2005 und 3.2005): Um 1916 begann der nach Conn und Buescher bekannteste amerikanische Hersteller von  Blasinstrumenten mit der Eigenfabrikation von Saxophonen. In den frühen Jahren wurden Saxophone aus Frankreich (Evette & Schaeffer) und wahrscheinlich auch Deutschland (Kohlert) zugekauft, erst mit dem um 1916 selbst gefertigten Eb-Alto kann man von einem echten „King“-Saxophon sprechen. Charakteristisch für die früheren White-Modelle sind neben den aus dem Klarinettenbau bekannten Spitzdeckeln die offene Gis-Klappe und die aufgelöteten geraden Tonlöcher. White stellte auch gute Metallklarinetten her, besonders hervorzuheben sind die Böhm-Modelle „Silver King“, „Silver Sonic“ und „Silver Lined“. Weitere Modelle und Namen: „Saxello“ (Sopran-Variante), „American Standard“, „Cleveland“, „King“, Gladiator“, „Voll-True“, „Voll-True II", „Zephyr", „Zephyr Special", „Super 20“, “Silver-Sonic“
  • Martin Saxophone (siehe SONIC 4.2005): Die bekannten „Martin“ Instrumente gehen auf den in Elkhart/Indiana ansässigen deutschstämmigen John Henry Martin (1835 bis 1910) zurück, der in seiner Laufbahn auch bei Conn arbeitete. Unter Leitung seines Sohnes Charles Henry gründete dieser mit seinen  Brüdern zu Beginn des 20. Jahrhunderts die „Martin Band Instrument Co.“ Um 1914/1915 wurden die ersten Saxophone gefertigt. Die typischen Martin-Saxophone weisen ein herausragendes Konstruktionsmerkmal auf: Die sehr dickwandigen, nach oben etwas schmaler werdenden Tonlochkamine sind aufgelötet. Bezeichnungen: „Handcraft“, „Handcraft Master“ (landläufig „Typewriter“ genannt), „Troubador“, „Imperial“, „Standard“, „Standard Special“, „Committee I“, „Committee II“, „Centennial“, „The Martin“, “Indiana“, „Magna“, „Medalist“.
  • Holton (siehe SONIC 5.2005 und 6.2005): Frank Holton (1852 bis 1942) begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit einem kleinen Ladengeschäft und dem Spezial-Posaunenöl „Holton Electric Oil“ seine Karriere als Fabrikant. Er fertigte später neben Blechblasinstrumenten auch Saxophone und Metallklarinetten. Bezeichnungen „Rudy-Wiedoeft“, „Collegiate, „Elkhorn“, „Beaufort“
  • Couf (siehe SONIC 1.2006): Nicht jedem Saxophonisten ist klar, dass die amerikanischen Couf-Saxophone nichts anderes als Keilwerth-Saxophone sind. Modelle: „Superba I“, „Superba II“, „Royalist“
  • Selmer US (siehe SONIC 3.2008): Der seit Ende des 19. Jahrhunderts in den USA lebende Klarinettist Alexandre Selmer, ein Bruder des älteren Henri Selmer, betrieb seit etwa 1900 einen Musikalienhandel in den USA. 1904 stellten die Geschwister Instrumente auf der Weltausstellung in St. Louis (World’s Fair Louisiana Purchase Exposition) aus und gründeten wenig später H. & A. Selmer (USA). Später übergab Alexandre  die US-Vertriebsrechte für französische Selmer-Instrumente an George Bundy und kehrte schließlich um 1910/1911 nach Europa zurück. Ende der 1940er-Jahre wurde die Bundy Resonite Klarinette eingeführt, Saxophone wurden zumeist aus USA zugekauft, jedoch auch von J. Keilwerth/D. Nach diversen Übernahmen und nach der Verschmelzung mit Conn (2002) firmiert das Konglomerat vieler berühmter Namen heute (Stand 2008) unter der Muttergesellschaft Steinway Musical Instruments als Conn-Selmer Inc. Bemerkenswerte Hörner: Selmer Padless und Selmer Omega.
  • Cannonball Musical Instruments: Die Saxophone werden in Taiwan gefertigt und assembliert, danach in der Nähe von Salt Lake City nachjustiert und gegebenenfalls modifiziert.
  • L.A.-Sax erregte vor vielen Jahren Aufsehen hauptsächlich mit schrill lackierten Hörnern, die sicher nicht zur Top-Klasse zählten. Mittlerweile versucht man, im Segment der qualitativ hochwertigen Profi-Instrumente mitzumischen. Seit kurzem arbeitet der bekannte Saxophon-Spezialist Steve Goodson aus New Orleans für L.A.-Sax. Das „Model Six“ basiert auf seinem eigenen, stark modifizierten Selmer Mark 6 und wird zu einem Preis angeboten, der nicht weit entfernt von dem eines echten Mark 6 liegt. Es ist nicht klar, ob die Instrumente komplett in den USA hergestellt oder aber in (vermutlich) Taiwan gebaut und in den USA nur veredelt werden. Interessanterweise bezog L.A. Sax von der Vogtländischen Musikinstrumentenfabrik Markneukirchen (VMI, früher B&S) vor einigen Jahren Profi-Modelle.
  • Antigua Winds mit Sitz in San Antonio/Texas, USA vertreibt Saxophone, Flöten, Klarinetten, Trompeten und Posaunen, die Instrumente werden allerdings in Taiwan gefertigt.

Weitere bekannte Hersteller: Bettoney, Pedler etc.