Generalüberholung
1. Zerlegen: (meist) korrodierte und damit festsitzende Achsen, Schrauben und Federn müssen
mit Spezial-Öl, dem richtigen Werkzeug, Wärme und Geduld gelöst werden - und manchmal hilft trotzdem nur die Säge, um Klappen von Achse und Böckchen zu trennen. 3. Lötarbeiten, z. B. ist es oft nötig, den Gurtaufhängungsring umzudrehen: Durch die jahrzehntelange Benutzung ist er meist einseitig abgenutzt, manchmal lösen sich Böckchen (besser jetzt als beim Zusammenbauen). ![]() Selten, kommt aber vor: der Korpus hat ein Loch (Lochfraß). 4. Gegebenenfalls wird die Applikatur modifiziert, z. B. ein verstellbarer Daumenhaken angebracht (s. u.). 5. Tonlöcher werden ggf. vorsichtig und mit Spezialfeilen (sehr breit, ganz feiner Hieb) plangeschliffen und poliert. Tonloch mit Schimmelbelag 6. Der Korpus wird in speziellen Bädern sorgfältig gereinigt (Holz-Klarinetten werden mit Spezial-Öl behandelt). ![]() Vollbad für den gröbsten Schmutz, danach folgt z. B. bei versilberten Instrumenten ein Silberbad. 7. Applikatur, Schräubchen, Flachfedern, Rollen und S-Bogen werden im Ultraschall-Bad gereinigt. ![]() 8 Versilberte oder vergoldete Saxophone bzw. Metallklarinetten werden gegebenfalls von Hand poliert. Achtung: Nicht immer ist das ratsam, so manches alte Horn hat sowieso nur noch wenig Edelmetall-Finish: Jeder Poliervorgang bedeutet auch immer Materialabrieb. 9. Alle Achsen werden gesäubert, sorgfältig eingeschliffen, ggf. nachgeschnitten, bei Bedarf auch ersetzt. 10. Führungen der Achsen + Schrauben werden ggf. korrigiert. ![]() Eine Walze wird mittels Spezialzange gezogen und damit ein wenig verlängert. 11. Defekte Federn werden erneuert. Nicht seltern ist es besser, die Federn komplett zu erneuern, wenn schon bei der Demontage die ein oder andere Feder bricht und damit klar ist, dass das Material über die Jahrzehnte spröde geworden ist. 12. Nachdem die Klappenteller ggf. in Form gebracht wurden, werden die Klappen neu gepolstert (unter Verwendung von Siegellack). Ich verwende vorzugsweise die amerikanischen schwarzen Roo-Pads, die meines Erachtens von allerbester und langlebiger Qualität sind, sie neigen auch viel weniger zum Kleben. ![]() Typisch: Unterschiedliche Polster und Resonatoren, verschlissen, teilweise verschimmelt, oft auch zu klein. Die Polster stammen von einem Instrument, das “bis gestern” gespielt wurde. ![]() Neue Polster werden mittels ... ![]() . .. Spiritusbrenner und Siegellack in die Klappenteller geklebt. 13. Alle Dämpfungsunterlagen werden erneuert, dazu werden Materialien wie Filz, Naturkork, Gummikork, Teflonschlauch und Schrumpfkunststoff verwendet. ![]() 14. Das Instrument wird zusammengebaut, justiert, unnötiges Spiel und toter Gang entfernt sowie die Polster eingebrannt. Schon während des Zusammensetzens wird dickflüssiges Spezialöl verwendet, um jeglichem Klappern vorzubeugen. 15. Das Klappenwerk wird abschließend noch einmal mit säure- und harzfreiem Spezialöl geschmiert. ![]() 16. Das instrument wird angespielt + nachjustiert. |